18.09.2012 - Britta Scherer
Mit dem Komfort steigt die Gefahr: Statt wiederholter Anmeldung ermöglicht „Single Sign-On“ dem Nutzer mit nur einem Login den Zugriff auf all seine passwortgeschützten Bereiche. Doch auch Angreifer wissen um den Mehrwert, den eine einzige erfolgreiche Attacke hier für sie bereithält. Andreas Mayer, der als externer Doktorand am Horst Görtz Institut für IT-Sicherheit der Ruhr-Universität Bochum promoviert, ist es nun gelungen, die Sicherheit dieser zentralen Schnittstelle deutlich zu erhöhen.
Das System „Single Sign-On“, kurz SSO, scheint für jeden User traumhaft: „Einmal authentifiziert stehen ihm seine Informationen und Dienste sofort und ohne erneute lästige Passworteingabe zur Verfügung“, so Mayer. Doch genau diese Konzentration potenziere den möglichen Schaden, der dem Nutzer durch eben jenen „Single-Point-of-Attack“ entstehen könne. Ohne passgenaue Sicherheitskonzepte drohen Identitätsdiebstähle in bislang ungeahnter Größenordnung, warnen die Forscher vom Horst Görtz Institut für IT-Sicherheit (HGI) der RUB. Dass die Einmal-Anmeldung längst nicht so sicher ist wie bislang angenommen, zeigten die Bochumer Wissenschaftler erst vor kurzem: Sie knackten 12 von 14 SSO-Systemen, die massive Sicherheitslücken aufwiesen. „Wir rechnen in naher Zukunft mit vermehrten Angriffen auf browser-basierte SSO-Lösungen wie Facebook Connect, SAML, OpenID und Microsoft Cardspace“, so Mayer. „Es ist äußerst besorgniserregend, dass keines der aktuell eingesetzten und in den vergangenen zwölf Jahren entwickelten SSO-Protokolle wirksamen Schutz vor gezielten Angriffen bietet.“
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